Keine Privatisierung der Gesundheit

Wer die solidarische Krankenversicherung abschaffen will, zementiert die Zwei-Klassen-Medizin. 287 Milliarden € sind pro Jahr im „Gesundheitspott“. 11,6% betragen die Gesundheitskosten am Bruttoinlandsprodukt. Damit liegen wir auf Platz 4 in der Welt. Die Crux des Gesundheitswesens, hier vor allem der Gesetzlichen Krankenversicherung, liegt darin, dass die Beiträge sich allein auf die Einkommen der abhängig Beschäftigten beziehen. Nur wenn es gelingt die Beitragsbasis zu vergrößern, wird man die z.B. durch demografischen Wandel ausgelösten Kostensteigerungen sozialverträglich abfedern können. Deshalb sollten zukünftig alle – Arbeitnehmer, Beamte, Selbstständige – von allen Einkünften in eine Versicherung einzahlen. Bürgerversicherung heißt das und ist der einzig gleichermaßen vernünftige sowie soziale Weg aus der Kostenfalle.

Wer die Zwei-Klassen-Medizin nicht will, muss für die soziale Bürgerversicherung sein. Wer krank ist, braucht die Hilfe, die notwendig ist, völlig einerlei, ob er viel oder wenig verdient. Privatisierung des Krankheitsrisikos führt in letzter Konsequenz zu Verhältnissen, die vor Obamas Reform in den USA zu beobachten waren. Das will hier keiner. Kapitalgedeckte Systeme fahren unsere Gesundheitsversorgung vor die Wand.