Der Arbeitsmarkt im Februar 2013

2006 gab es in Mülheim 9.454 Menschen ohne Arbeit, 2012 waren nur noch 6.499, also 31,3% weniger. „Das ist ein sehr guter Wert“ stellt Frau Fern fest. Auch der Zugang an gemeldeten Stellen sei von Februar 2012 auf Februar 13 um rund 14% gewachsen. Bei der Arbeitslosenquote liege Mülheim mit 8,4% zwar über dem Bundeswert, der aktuell 7,1% betrage, gleichwohl ist dies ein Topwert im Ruhrrevier. Die Teilzeitquote ist deutlich geringer als im Bundesdurchschnitt.

Gleichwohl gibt es keinen Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, denn die SGB II-Quote, als die Zahl derjenigen, die Arbeitslosengeld II beziehen, landläufig Hartz IV genannt, ist mit 14% in Mülheim, Bund: 9,8, noch viel zu hoch. Und an dieser Stelle fällt dann der Satz, der am Anfang steht: „SGB III ist kaum noch ein Problem.“ Bedeutet übersetzt: Diejenigen, die arbeitslos werden und über eine Schulabschluss und eine Ausbildung verfügen, eventuell sogar über Berufserfahrung, die haben relativ schnell einen neuen Job, Verweildauer im ALG I nur wenige Monate. Bleiben die, die länger als ein Jahr ohne Arbeit sind, Defizite bei der Schule und der Ausbildung haben.

Hier sind wir bei einem wunden Punkt. 2,2 Millionen Menschen zwischen 20 und 34 in Deutschland haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Davon sind über 20% arbeitslos. Und – das ist das Erschreckende – dieser Sockel ist seit zwei Jahrzehnten nahezu konstant, das heißt wir schaffen es nicht, dass jeder Jugendliche eine Berufsausbildung abschließt. 1996 lag die Ungelerntenquote bei 14,7 %, heute ist sie sogar angestiegen auf 15,2. Die heute Ungelernten sind Niedriglöhner und damit die Altersarmen von Morgen. Wer so gut wie nichts verdient, zahlt auch zu wenig in die Rentenkasse ein.

Der Kreislauf muss gestoppt werden. Hier helfen das U 25-Haus in sein Konzept. Hier helfen auch überbetriebliche Ausbildungszentren, wie das des Bauhandwerks aber z.B. auch die Siemens Ausbildungswerkstatt könnte eine strukturelle Keimzelle eines neuen Ausbildungssystems sein.