Minister Groschek: „Wir erleben gerade den Infrastruktur-Pisaschock.“

Minister Michael Groschek, Arno Klare und die zu ersetzende 7,5-Tonnen-Brücke in Styrum.
Die Bahn ist sicher schwerer als 7,5 t. Sie darf auch nur allein auf der Brücke sein und Schritttempo fahren.

Schon längere Zeit kann die Brücke nur mit Wechselschaltung befahren werden. Die Bahnen der Linie 112, Verbindung zwischen Kaiserplatz in Mülheim, Hauptbahnhof Oberhausen, dem CentrO und Oberhausen Sterkrade, dürfen sich auf der Brücke nicht begegnen und LKW über 7,5 t müssen Umwege in Kauf nehmen.

"Diese Brücke steht symbolisch für zahlreiche Brückenbauwerke in NRW und auch darüber hinaus", so NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, der am Samstag im Rahmen der Woche der Infrastruktur zu einem Ortstermin kam. "Wir werden die Sanierung der Infrastruktur mit einem Weiterso nicht hinbekommen", kritisierte Groschek die bisherige Politik der Bundesregierung. Und: "Wir erleben zuzeit den Pisa-Schock der Infrastruktur. Das betrifft nicht nur Brücken und Straßen, sondern auch die Bahn und die Wasserwege." Die Logistikleistung werden in Zukunft zunehmen, denn jedes zum Beispiel bei Amazon oder Zalando bestelltes Produkt müsse auch zugestellt werden. Höhere Belastung der Straßen bedeuteten auch höheren Verschleiß und damit größere Kosten bei der Unterhaltung.

Beispiel Mülheim: Nach Übersicht des Tiefbauamtes sind aktuell rund 28% aller Straßen in Mülheim im "roten Bereich", sprich, sie müssen dringend saniert werden. Das Problem: Die Mittel, die jährlich aufgrund der Haushaltslage eingesetzt werden können, reichen nicht. Ergebnis: Der rote Bereich wird jedes Jahr nicht kleiner, sondern größer.

"Eine funktionierende und leistungsfähige Infrastruktur – Straßen, Schiene, öffentlicher Verkehr, Wasserwege – ist Grundbedingung für unsere Wirtschaft", so Arno Klare. "Wer die Infrastruktur vernachlässigt, schadet dem Standort Deutschland."

So haben Peer Steinbrück und die SPD-Ministerpräsident/-innen aktuell ein Papier verabschiedet, in dem vor allem die Forderung steht, die finanziellen Ressourcen auf Unterhaltung zu konzentrieren. Dies sei, so Grosckeh und Klare, der einzig richtige Weg.