Siemens sollte dem Rat des Betriebsrates folgen

Was war damit gemeint? Ohno hatte lange vor europäischen oder us-amerikanischen Betrieben auf die Kreativität und Problemlösungskapazität der Beschäftigten gesetzt. Sie, die erfahrenen Alltagsexpert/-innen, wussten sehr oft viel besser, wohin man ein Produkt oder einen ganzen Betrieb steuern sollte, kannten sehr präzise die „Macken“ und Hemmnisse. Mit diesem Prinzip wurde Toyota zum erfolgreichsten Autobauer der Welt. Jahrelang standen Produkte aus diesem Haus als Bestplatzierte auf der ADAC-Pannenstatistik vor deutschen Nobelmarken. Das hat sich geändert, nicht weil die Ostasiaten schlechter, sondern unsere heimischen deutlich Marken besser wurden.

Der Vorschlag, den jetzt der Betriebsrat von Siemens, an vorderster Stelle der Vorsitzende Pietro Bazzoli, macht, folgt dem Ohno-Prinzip. Gerade die Siemensianer zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Zugehörigkeitsgefühl für ihr Unternehmen aus. Diese Corporate Identity sollte die Unternehmensführung nutzen. Das Gold der Zukunft ruht auch in Köpfen der fast 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Mülheim. Dieses Ideengold nicht zu heben, wäre unternehmensstrategisch ein kapitaler Fehler. Ideengold gegen sichere Arbeitsplätze, sprich Menschen statt Marche, wie Bazzoli das ebenso richtig wie griffig formuliert, ist der richtige Weg. Zukunft wird nur mit nicht gegen die Belegschafft gewonnen werden können.