Im Schlafwagen zum Erfolg?

Der Begriff Zusammenrühren, den der Kommentator der Leipziger Volkszeitung benutzt, ist massive Kritik. Von einem Wahlprogramm erwartet man logische Stimmigkeit, Profil, Blick für´s Wesentliche, Kontur. Beim Zusammenrühren gehen diese Eigenschaften allesamt verloren.

Wieder einmal wird klar: Die CDU hat eigentlich kein Programm, sondern nur Angela Merkel. "So gesehen ist es dann auch egal, was im Programm steht", schreibt die Volkszeitung weiter.

"Wohin genau das Staatsschiff mit Angela Merkel am Ruder in der nächsten Wahlperiode treiben soll, verliert sich im Gewirr der Buchstaben." So kritisiert die Frankfurter Allgemeine, der man mithin keine besondere Nähe zur Sozialdemokratie nachsagen kann. Das Staatsschiff "treibt", ist also ohnehin nicht mit eigener Motorkraft unterwegs, und es treibt ohne Kurz, um sich zu verlieren. Viel mehr Kritiktabasco geht kaum. In der Tat: Die Union hat Themen geraubt, vor allem von der SPD. (Mietpreisbremse z.B.) Alles in der Hoffnung, der Wahlbürger werde den Unterschied zwischen Original und Fälschung nicht merken. Doch das wird nicht gelingen. Die SPD hat nicht nur die besseren Ideen, nein, die SPD hat sie auch als Original.

Die Strategie der Kanzlerin ist die von 2009. Wissenschaftlich wird das "asymmetrische Demobilisierung" genannt und meint, dass man als CDU/CSU am besten nichts macht, sich nicht wirklich festlegt und auf die internationale Omnipräsenz von "Mutti"-Merkel setzt. Die Botschaft: Bleibt zu Hause liebe Wählerinnen und Wähler, wir machen das schon für euch. Erstens wird diese Strategie nicht aufgehen, weil sich die Wählerinnen und Wähler nicht für dumm verkaufen lassen, und zweitens ist Demobilisierung demokratieschädigend. Man nimmt in Kauf, ja will es sogar, weil angeblich von Vorteil, dass sich weniger Menschen an der Wahl beteiligen.