Was man hätte wissen können.

Was er beschrieb, erscheint heute exakt auf das zu passen, was die Schlagzeilen bestimmt. Die NSA hörte und las mit. Das ging damals nicht auf elektronischem Wege, sondern war sozusagen Handarbeit. Genauer: Man hörte mit, schnitt mit – also auf Tonbändern – und las Briefe. Das war mühsam, keine Software half, keine Mitschnittmaschine sprang automatisch an, wenn bestimmte Schlüsselwörter in einem Telefonat fielen. Doch das Prinzip war exakt dasselbe wie heute. In der Nähe von Bad Eibling betrieb die NSA bis 2004 eine Abhöranlage, die Telefonate und Internetverkehr systematisch und umfassend abhörte. Es gab im Kalten Krieg kein Telefonat von West nach Ost oder Ost nach West, das den vielen Ohren des „großen Bruders“ entging. Am Ende wurde alles in „Crypto City“, Nickname des NSA Headquarters in Fort Mead ausgewertet und gespeichert.

All das konnte man in Bamforts Buch von 1982 detailliert nachlesen. Die Reagan-Regierung setzte, aus ihrer Sicht folgerichtig, den Autor unter Druck etliche Passgagen zu streichen. Man fürchtete, die nationale Sicherheit sei gefährdet. Auch diese Argumentation ist aktuell. Die Gesinnung, die hinter der NSA steckt, hat sich nicht geändert. Die technischen Möglichkeiten allerdings haben sich perfektioniert und maßlos erweitert. Die NSA – und alle ähnlichen Agencies – machen das, was sie immer machten. Das ist keine Entwarnung, das ist keine Bagatellisierung, nur der Hinweis: Man hätte es wissen können.

Übrigens: „The Puzzle Palace“ kann für die, die gerne wissen möchten, was sie schon immer hätten wissen können, bei Penguin Books unter der Bestellnummer 9780140067484 für 20 USD geordert werden Das ist keine Schleichwerbung, sondern Aufklärung – aber nicht in der NSA-Lesart.