Shareholder Value und Rente mit 67

„Go to Market“ steht da als ein Punkt bei den „5 Hebeln“, die das Management ansetzen will und dass das Unternehmen „leaner“ werden müsse, also kleiner, schmaler, schneller, beweglicher. Am Ende geht´s um die Maximierung des Shareholder Value. Dem setzt der Betriebsrat seine Strategie entgegen. Leans sei man ohnehin schon, noch schmaler, also noch einmal knapp 150 Stellen, könne man nicht einsparen. „Go to Market“ habe  man schon verwirklicht, denn keine Turbine gleiche der anderen, alles also ohnehin customized. Und vor allem: Beschäftigung gehe vor Marge. Mit letzterem Ansatz kann ich mich eher anfreunden.

 „Rente mit 67 geht gar nicht.“

 Beim Gang durch die Hallen kommt es zu etlichen Gesprächen mit den Mitarbeitern. Thema Nr. 1: Rente mit 67. Ich halte eine kleine Schaufel, bestimmt für einen Turbinenkranz, in der Hand, kaum 5 Zentimeter groß. Fast 100 müssen in eine ausgefräste Nut gesetzt werden, jede wird mit ein paar Hammerschlägen in Position gebracht. 100 x 3 = 300 Hammerschläge pro Turbinenkranz. In 8 Stunden kommt man so auf ein paar Tausend Schläge. 220 Schichten pro Jahr macht rund 250.000. „Meine Schulter ist lädiert, mein Ellenbogengelenk schmerzt und meine Hand ist reichlich steif“, stellt ein älterer Arbeiter ganz sachlich fest. Er ist knapp vor 60 und für ihn wäre der SPD-Plan nach 45 Versicherungsjahren mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen zu können ein Segen.