Weitblick, Format, Erfahrung

Gudrun Schönfelder ist die Projektleiterin, ihr sitzt bei der GAFÖG in Gelsenkirchen, sozusagen der Keimzelle des Gesamtprojekts, das jetzt in 11 Städten des Reviers sogenannte Job-Clubs unterhält. Heike Gnilka sitzt mit am Tisch, Bereichsleiterin Casemanagement des Jobcenters in Mülheim. Die Runde wird komplettiert durch Beate Helle, die auch vom Jobcenter ist.

Best Ager bin ich selbst, doch mein Interesse ist nicht persönlich. Es geht um die Frage, bekommt man Menschen 50+, die eventuell noch ein paar Handicaps haben. wieder in Beschäftigung. Dass Alter ein Handicap darstellt, ist gelinde gesagt Frechheit, leider aber auch Realität. Es geht sagen meine drei Gesprächspartnerinnen, doch es ist oft ein mühsamer Weg. Beschwerlich wird er dadurch, dass man vielerorts immer noch älteren Menschen nichts zutraut, sie bildlich gesprochen unter „Alteisen“ rubriziert. Das ist erkennbar falsch. Ältere bringen Gelassenheit mit, Erfahrung, sie haben alle die Sekundartugenden „drin“. „Die kommen zu jedem Termin“, sagt Frau Hell. Das kennt man von Jüngeren aus dem Jobcenter nicht so.

Es geht auch um Grundsatzfragen: Wie kann der demografische Wandel für kleine und mittlere Unternehmen staatlich strukturell begleitet werden? Muss man nicht in körperlich belastenden Jobs mit Anfang 50 Umorientierungsprogramme fahren? Wie können die aussehen, wenn das Projekt Best Ager in 2015 ausläuft und in die Regelstrukturen der Arbeitsvermittlung überführt werden soll?

Ein paar Punkte werden ganz deutlich: Man muss auf Stärken setzen, nicht versuchen defizitorientiert mit Menschen zu arbeiten. Das ist bei Early Excellence in der KiTa so, das ist bei der Betreuung von U-25jähren und auch bei 50-Plusern ebenso. Das Zweite: Individuelle Betreuung. Auch das ist allen Projekten von der KiTa über U 25 bis Best Ager durchgehend eigen.