Der vergessene Krieg im Kongo

Malungu Donaly ist im Kongo geboren, lebt in Mülheim und ist als Wirtschaftswissenschaftler mit eigener Beratungsfirma ein informierter Mann. Er berichtet mir, wie es in seiner Heimat zurzeit aussieht. „Kongo – der vergessene Krieg“ hat vor kurzem die Süddeutsche Zeitung getitelt. Verfolgt man die Meldungen der Medien, kommt Erschreckendes zu Tage. Es tobt ein grausamer Terrorkrieg im Herzen der Finsternis, wie Joseph Conrad einst den Kongo nannte. Massenvergewaltigungen, Plünderungen, Morde – alles gehört zum Alltag der Menschen dort. Das Nachbarland Ruanda will sich einen Teil des Coltan-Reichtums sichern und finanziert – die Belege häufen sich – eine Angst und Schrecken verbreitende Söldnertruppe namens M23. „Wir haben keine Stimme“, sagt Malungu Donaly. „Unser Land braucht Frieden.“

75 Millionen Menschen leben im Kongo, 71% davon leben in dem potentiell reichen Land unter der Armutsgrenze. Außer Coltan werden Kupfer, Kobalt und auch Diamanten exportiert. „50% des Exports aus Ruanda“, sagt Donaly bestimmt, „stammen aus der Region Ost-Kongo und gehören Ruanda nicht.“ Und weiter: „Geben Sie uns Ihre Stimme, damit wir endlich gehört werden.“ Ich werde mich bemühen.