Air Berlin vor letztem Flug – Landesregierung von NRW lässt Mitarbeiter im Stich

Heute Abend landet der letzte Passagierflug von Air Berlin. Das Ende der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft ist ein harter Schlag für die deutsche Luftverkehrswirtschaft und auch die vielen Kundinnen und Kunden von Air Berlin werden den Verlust spüren. Besonders betroffen sind die Beschäftigten.

Arno Klare, MdB, hat daher auch kein Verständnis für die gleichgültige Position der NRW-Landesregierung gegenüber tausenden von Air Berlin Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern:

„Obwohl 41 Prozent der Air Berlin Mitarbeiter an Standorten in NRW tätig sind, war die nordrheinwestfälische Landesregierung nicht dazu bereit eine diesem Anteil entsprechende Geldsumme für eine Transfergesellschaft zur Absicherung der Mitarbeiter bereitzustellen. Presseberichten zu Folge erklärte NRW-Minister Laumann nun, die Beschäftigten würden bei der Suche nach einer Anschlussbeschäftigung unterstützt. Das ist alles.

Am 24. Oktober hatte der Gläubigerausschuss von Air Berlin 10 Millionen Euro für eine zu gründende Transfergesellschaft genehmigt. Der Beschluss stand unter dem Vorbehalt, dass auch weitere beteiligte Deckungsbeiträge für eine Transfergesellschaft leisten, die mit rund 50 Mio. Euro ausgestattet werden sollte. Eine Transfergesellschaft hätte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Sicherheit bei der beruflichen Neuorientierung gegeben. Auch die Bundesagentur für Arbeit war bereit mit einem Kurzarbeitergeld die Lücke bis zur Neubeschäftigung zu schließen.

Umso irritierender sind die Aussagen von Herrn Laumann. NRW sei bereit gewesen, einen finanziellen Beitrag in Höhe von 5 bis 7 Mio. zu leisten. Dabei wären rund 12 Mio. – entsprechend dem Anteil der Beschäftigten – angemessen gewesen. Statt der eigenen Verantwortung nachzukommen, wird hier lediglich auf die angebliche Verweigerungshaltung der anderen Beteiligten verwiesen. Offenbar hat NRW nur auf einen Anlass gewartet, die ohnehin unzureichende Zusage wieder zurückzuziehen. Leidtragende sind nun die Beschäftigten.“